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News im Februar 2017 - Sinkende Zahl E-Nummern

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Weniger E-Nummern in den Zutaten - weniger Zusatzstoffe?

Das wäre doch einmal eine tolle Geschichte: Die Zusatzstoffe in Lebensmitteln sinken und immer weniger E-Nummern verschleiern auf den Verpackungen die wahren Inhaltsstoffe.
Doch leider stimmt davon nur der zweite Teil der News: Die Zahl der E-Nummern sinkt.

Wieso das so ist, hat die foodwatch-Autorin Lena Blanken vor ein paar Tagen einmal genauer betrachtet.

E 100 bis E 199 kennzeichnen Farbstoffe, E 200 bis 299 Konservierungsstoffe. Dabei kennzeichnet das "E" sowohl "in Europa zugelassen" als auch "edible / essbar".
Über die fragwürdigen Funktionen von Zusatzstoffen haben auch wir in den vergangenen Jahren immer wieder berichtet. Sie lassen die Produkte appetitlicher aussehen, sind super billige Ersatzlösungen für teure "echte" Zutaten, verstärken den Geschmack der künstlich erzeugten Lebensmittel und vieles mehr. Glutamat ist hier ein wohl allen bekanntes Beispiel.
Auch über ihre Nebenwirkungen, insbesondere für Allergiker sowie als Förderer von Übergewicht, wurde bereits öfter berichtet.

Dabei ist ihr Einsatz vollkommen legal.

Nur: Sie stehen in einem schlechten Ruf. Verbraucher werden deshalb bei vielen "E"-Nummern auf den Verpackungen zunehmend misstrauisch.

Die Lösung der Industrie: Nicht etwa weniger Zusatzstoffe verwenden, sondern sie einfach anders benennen.
Und schwupps! schon liest es sich doch viel gesünder und natürlicher.

Das Problem: Laut Gesetz ist der Hersteller nur verpflichtet, entweder die E-Nummer oder die chemische Bezeichnung anzugeben. Also kennzeichnet er entweder E 306 oder nennt es stattdessen "Paprikaextrakt". Was eben deutlich weniger chemisch klingt. Und wurde auch aus E 100 "Kurkumin", E 421 heißt nun immer öfter "Mannit" und statt E 999 steht nun "Quillajaextrakt" drauf.  

Oder noch cleverer: Es werden einfach Stoffe verwendet, die ähnlich wirken, aber in der Zutatenliste nicht als solche ausgewiesen werden müssen. Eine Lücke im Gesetz, die die Industrie gnadenlos ausnutzt. Beispielsweise findet sich immer öfter der Hinweis "Ohne Geschmacksverstärker".
Und tatsächlich scheint die Liste auf der Rückseite frei davon zu sein.
Scheint.

Denn wenn dort Würze, Hefeextrakt oder Sojaextrakt aufgeführt sind, steckt dort fast immer der Geschmacksverstärker Glutamat drin - nur eben versteckt und ganz legal nicht extra ausgewiesen.

Also Vorsicht: Fehlende E-Nummern sind leider nicht gleichbedeutend mit einem Umdenken der Lebensmittelindustrie. Jedenfalls nicht im Sinne einer natürlicheren Zutaten- und Herstellungspolitik. Sondern nur im Sinne einer neuen Form der Deklaration immer schon rein chemischer Bestandteile für mehr Profit .

Quelle: foodwatch.de

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