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Aktuelle News Mai/Juni 2016 - BMI-Skala mit neuen Grenzwerten?

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Neue Debatte um den BMI
Ist die alte Grenze eines oberen gesunden BMI 25 überholt?

Jahrzehntelang galt: Oberhalb eines BMI von 25 beginnt das Übergewicht und damit das ungesunde Gewicht. Ab BMI 30 wird es gesundheitsgefährdend oder auch krankhaft. Und bei einem BMI von 40 und höher sinkt die Lebenserwartung drastisch.

Doch plötzlich geistert durch die Fachwelt, dass die alten BMI-Werte neu bewertet werden müssten. Denn Auswertungen diverser Studien aus vier Jahrzehnten hätten ergeben, dass die Menschen des 21. Jahrhunderts aus verschiedenen Gründen gesundheitlich am besten fahren, wenn sie mit leichtem Übergewicht und einem BMI bis 27 durchs Leben laufen.

Wie kommt's?

Eine dänische Forschergruppe hat die Daten von 100.000 Menschen aus drei Studiengruppen aus mehreren Jahrzehnten miteinander verglichen und ausgewertet. Und siehe da: In der jüngsten, aktuellsten Studiengruppe aus dem Zeitraum 2003 – 2013 lag das geringste Sterberisiko bei denen mit einem BMI von 27. Und auch das Krebsrisiko war bei einem BMI von knapp über 26 am niedrigsten.

Um das Ergebnis richtig zu verstehen: In den 1970er und 1990er Jahren lagen diese Risikowerte tatsächlich bei BMI 24 bis 25. Sie waren also bezogen auf die jeweilige Zeit korrekt. Doch aufgrund verschiedener Faktoren haben sich hier deutliche Verschiebungen ergeben.
So gab es bei den Auswertungen 1970 bis 1990 viel mehr Raucher als heute und auch wesentlich mehr Geringverdiener. Es trieben erheblich weniger Menschen regelmäßig Sport. Man achtete weniger auf gesunde Ernährung, Biokost war unbekannt und vieles mehr.

Im 21. Jahrhundert dagegen sind Tabak- und Alkoholkonsum gesunken und die Menschen treiben mehr Sport. Das senkt das Sterbe- und Krebsrisiko. Gleichzeitig stieg der durchschnittliche BMI auf über 25 – die Menschen wurden im Laufe der Jahre größer, schwerer und auch dicker. Und immer älter sowie im Alter immer fitter.

Der Querschnitt all dieser Faktoren, so die Forscher, führe zu einer Verschiebung der BMI-Bewertung. Nach wie vor gelte ein BMI von maximal 24,9 für Menschen unter 40 Jahren als ideal. Das geringste Risiko für Krebs und Tod jedoch hatten diejenigen mit leichten Übergewicht und einem BMI von 27.

Im Alter gelten dann ohnehin erhöhte Werte. Weil wir mit zunehmenden Jahren Muskeln abbauen, uns tendenziell weniger bewegen, schneller und mehr Fettpolster anlegen, Übergewicht schwerer abbauen als mit 20 und so weiter.
So tendieren die meisten Fachleute inzwischen zu altersangepassten Skalen:
Idealer BMI
bis ca. 35/40 Jahre: 20 – 25
35 - 45 Jahre: 21 – 26
45 – 54 Jahre: 22 – 27
55 – 65 Jahre: 23 – 28
über 65 Jahre: 24 - 29.

Ob diese teils neue und inzwischen auch von der Weltgesundheitsorganisation WHO ernstgenommene Tendenz die endgültig wahre ist, bleibt abzuwarten. Denn der Sinn immer neuer Forschungen ist es ja, immer mehr Erkenntnisse und ein immer besseres Veständnis für komplexe Zusammenhänge zu gewinnen. Wer weiß, wie dieser Artikel in 30 Jahren verfasst werden müsste?

Doch eines bleibt ganz sicher: Das Wohlfühlgewicht ist ein gutes Stück Lebensqualität, ob bei einem BMI von 23 oder von 26,6. Doch Übergewicht spätestens ab einem BMI von 30 ist alles andere als gesund. Und daher unbedingt zu vermeiden bzw. zu reduzieren.
Quelle: Spiegel online

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