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Aktuelle News Mai/Juni 2016 - Milch in der Kritik

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Was denn nun: Ist Milch gesund oder ungesund?
Negativ-Hype um die Milch verunsichert

Richtig: Milch können vor allem Europäer – insbesondere diejenigen nördlich der Alpen - und Nordamerikaner gut vertragen. Asiaten dagegen gar nicht. Ihnen fehlt ein Enzym, dass den Milchzucker verarbeitet. Dieses hat sich aber auch bei uns erst vor ein paar tausend Jahren entwickelt. Frischmilch war davor für den Menschen eigentlich nie verträglich. Er konnte Milch immer nur fermentiert, also in Form von Käse, Quark oder Joghurt problemlos verzehren.

Doch seit Ötzis Zeiten steht Milch auf unserem Kontinent auch in flüssiger Form auf dem Speiseplan. Calcium, Vitamine, Vitalstoffe – Milch galt Jahrtausende lang als hoch gesundes Nahrungsmittel.

Und nun das: Plötzlich steht Milch im Fokus der Kritik.

Mit der Zunahme sich vegan ernährender Menschen rückt Milch in die gleiche Ecke wie Fleisch. Weil sie tierischen Ursprungs ist und – leider - viel zu oft von Tieren aus der Massentierhaltung stammt.

Dann sei Milch zudem als kalorienträchtiges Lebensmittel ein Dickmacher (pro Liter ca. 630 kcal), hemme die Eisenaufnahme (was im Übrigen auch Kaffee, Tee, Bohnen, Reis und andere tun...), sei durch die Fütterung der Kühe und Kälber mit Wachstumshormonen und krebserregenden Substanzen verseucht, fördere Prostatakrebs und würde von immer mehr Menschen immer weniger vertragen, Stichwort Lactoseintoleranz.

Aber was die Kritiker dabei übersehen: All diese im letzten Abschnitt aufgelisteten potenziellen Risiken durch Milchverzehr sind in der Regel abhängig von der zugeführten Menge. Zu viel ist wie überall auch hier nicht gut.
Außerdem machen es sich Milchgegner ein wenig einfach. Denn während Milch in hoher Dosierung beispielsweise tatsächlich Prostatakrebs begünstigen könnte, senkt sie im Gegenzug offenbar das Darmkrebsrisiko. Zudem hemmen eben auch diverse andere Lebensmittel die Eisenaufnahme – was durch eine ausgewogene, normale Ernährung aber locker ausgeglichen wird. Und dass auch Soja, Hülsenfrüchte und andere die gleichen Schimmel bildenden und daher krebserregenden Spuren aufweisen können wie Milch, ist unwidersprochen.

Neueste Studien aus den Jahren 2014 und 2015 zeigen darüber hinaus: Milch und Milchprodukte helfen offenbar, das Risiko für Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sogar Diabetes Typ 2 zu senken. Statt diese, wie immer wieder behauptet wird, im Gegenteil zu erhöhen.

Am Ende bleibt wie so oft die Erkenntnis: Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist Milch ein wichtiges und gesundheitsförderndes Lebensmittel. Ob man es aber verzehrt oder ablehnt, ist irgendwie mehr eine Glaubens- und Einstellungsfrage als eine wissenschaftlich fundierte Diagnostik.
Quelle: Faz.net

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