Banner V03

e.a.t. News-Archiv

Es gibt jeden Monat interessante, wichtige und gelegentlich auch erschreckende Neuigkeiten aus dem Themenkomplex Ernährung, Gesundheit, Nahrungsmittel und Lebensmittelindustrie.

Die aktuellsten News finden Sie stets auf der News-Hauptseite. Darüber hinaus werden wir diese auch einige Zeit lang in unserem News-Archiv für Sie aufberwahren - zum Nachlesen oder als praktische Internet-Ernährungsbibliothek.

Aktuelle News Mai/Juni 2016

Beitragsseiten

e.a.t. News im Mai/Juni 2016

Vor dem Sommer noch ein paar aktuelle Neuigkeiten aus der Welt der Ernährung.

Bei Interesse einfach auf das Thema klicken, das Sie am meisten interessiert.


Gesundheits-Apps: Blindes Vertrauen in Software?
Studie der Bundesregierung macht skeptisch

Wir vertrauen immer mehr Teile unseres Lebens Computern und Software an. Autofahren ohne Navi? Für Menschen unter – sagen wir – Vierzig fast unmöglich. Mal einen Tag ohne Smartphone, Tablet, Facebook oder Whatsapp? Katastrophe!
Man ist vernetzt, verbunden, verkabelt. Rund um die Uhr und rund um den Planeten. Und: Man vertraut all diesen Programmen und Apps zunehmend blind.

Das gilt auch für die Flut neuester Gesundheits-Apps. Nicht der gesunde Menschenverstand, sondern das Handy weiß natürlich besser, wann und wie lange man schlafen sollte, sich bewegen, essen, Blutdruck messen und vieles mehr. Die App zählt jeden Schritt eines Tages, errechnet Kalorienverbrauch, Fitnesszustand und wasweißichnochalles. Blitzschnell. Ein Tipp mit dem Finger aufs Display genügt.
Toll, sagen die einen. Muss ich nicht mehr selber denken, beobachten, aktiv planen. Müll, sagen die anderen. Ich lasse mir doch nicht von einem Programm vorschreiben, was ich wann zu tun und zu lassen habe. Von der Datensicherheit und der vollkommenen Transparenz meines Tuns einmal ganz abgesehen.

Die Wahrheit liegt, wie fast immer, in der Mitte. So hat eine von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Studie festgestellt, dass das gravierendste Problem mit diesen Apps das Fehlen gültiger Standards ist. Jeder App-Entwickler programmiert da ganz eigene Algorithmen zur Erfassung der Grenzwerte und Verhaltensvorschläge, Empfehlungen und Messwerte.

Und so kommen Fehlinformationen zustande, die den App-Nutzer oft in falscher Sicherheit wiegen. Blutdruck 120 zu 80? Super, bin kerngesund! 5.000 Schritte heute? Top, bin fit wie ein Turnschuh!

Doch was, wenn die Angaben nicht stimmen oder unpräzise sind?  

Die Studie hat gezeigt, dass verlässliche und sichere Gesundheits-Apps tatsächlich „... eher die Ausnahme als die Regel“ sind!
Aber da es derzeit keine Orientierunghilfen gibt, welche App vertrauenswürdig und zuverlässig ist und welche nicht, fordert das Bundegesundheitsministerium nun auf Grundlage dieser Studie sichere europäische Standards.

Doch solange diese nicht existieren, bleibt dem Nutzer bei der Wahl seiner Gesundheits-Apps nur eines: sein Bauchgefühl. Aber wahrscheinlich gibt es auch dafür bald eine App, die ihm dieses Gefühl dankenswerterweise abnimmt..
Quelle: Spiegel online


Kleine grüne und schwarze Powerkugeln
Oliven – so gesund wie kaum eine andere Frucht

Schon die alten Griechen und Römer und bereits hunderte Generationen vor ihnen wussten: Oliven sind etwas ganz besonders Leckeres und Gesundes. Funde haben den Verzehr bereits vor 9.000 Jahren im Mittelmeerraum nachgewiesen.
In der griechischen Mythologie galt der Olivenbaum sogar als nützlicher als eine Wasserquelle.

Doch was macht die Olive zu so einer Superfrucht?

Das aus den Oliven (kalt!!) gepresste Öl gilt wegen seiner Ölsäure und Omega 6 Fettsäuren gemeinhin als das Synonym für ein gesundes Nahrungsmittel.
Doch auch die Frucht selber hat einiges zu bieten: Sie hat kaum Kohlenhydrate (3-5 Gramm auf 100 Gramm Oliven), dafür 75% Ölsäure (senkt LDL-Cholesterin, beugt Artheriosklerose und Bluthochdruck vor) und ist ein wunderbarer Abnehm-Helfer. Nur wenige Oliven stoppen das Hungergefühl und sättigen.
Außerdem enthalten Oliven jede Menge lebenswichtige Vitalstoffe wie Kupfer, Eisen, Calcium, Vitamine B2 und B9. Sie sind extrem reich an gesunden Antioxidantien – darunter Oleuropein als eines der wirksamsten Antioxidantien überhaupt – und schützen so vor den krebserregenden freien Radikalen.
Damit nicht genug, enthalten Oliven und kaltgepresstes Olivenöl Oleocanthal, das nachweislich Entzündungsprozesse lindert und möglicherweise Krebs bekämpfen hilft. Im Labor jedenfalls sterben Krebszellen 30 Minuten nach dem Kontakt mit Oleocanthal ab!

Dass Oliven bzw. Olivenöl das Alzheimer-Risiko senken, Schlafstörungen beheben und  Hauterkrankungen lindern helfen sollen, wirkt da fast wie ein netter Nebeneffekt.

Es gibt übrigens schätzungsweise rund 1.000 Olivensorten weltweit!
Die Farbe der Olive ergibt sich aus dem Reifegrad: Anfangs grün, werden sie dann mit der Zeit violett, braun oder schwarz.

Aber Vorsicht: Gerade in den Supermärkten gibt es massenhaft abgefüllte schwarze Oliven, die gar keine natürlich schwarzen sind! Diese sind nämlich nur schwarz gefärbte, eigentlich grüne Früchte. Gefärbt wird hier mit Eisensalz – erlaubt, aber dennoch irgendwie Beschiss.Erkennbar sind schwarz gefärbte Oliven – sofern dies nicht in den Verpackungstexten ohnenhin vermerkt ist durch „geschwärzt“ oder Zutaten wie Eisensalz oder E-Stoffe – unter anderem am akurat einheitlichen Schwarz. In der Natur ist keine Frucht so durchgängig gefärbt. Außerdem bleibt der Kern in der Natur grün, bei gefärbten Oliven ist auch er schwarz.

Haltbar gemacht z.B. im Glas werden Oliven durch Salzlake, Essig, Zitronensaft oder Olivenöl, oft ergänzt um Kräuter, Chili und andere geschmackliche Komponenten.

Doch in welcher Form und Mischung auch immer: Oliven und Olivenöl sind sehr gesund. Dabei unendlich vielseitig verwendbar und zu allem Überfluss auch noch super lecker.


Was denn nun: Ist Milch gesund oder ungesund?
Negativ-Hype um die Milch verunsichert

Richtig: Milch können vor allem Europäer – insbesondere diejenigen nördlich der Alpen - und Nordamerikaner gut vertragen. Asiaten dagegen gar nicht. Ihnen fehlt ein Enzym, dass den Milchzucker verarbeitet. Dieses hat sich aber auch bei uns erst vor ein paar tausend Jahren entwickelt. Frischmilch war davor für den Menschen eigentlich nie verträglich. Er konnte Milch immer nur fermentiert, also in Form von Käse, Quark oder Joghurt problemlos verzehren.

Doch seit Ötzis Zeiten steht Milch auf unserem Kontinent auch in flüssiger Form auf dem Speiseplan. Calcium, Vitamine, Vitalstoffe – Milch galt Jahrtausende lang als hoch gesundes Nahrungsmittel.

Und nun das: Plötzlich steht Milch im Fokus der Kritik.

Mit der Zunahme sich vegan ernährender Menschen rückt Milch in die gleiche Ecke wie Fleisch. Weil sie tierischen Ursprungs ist und – leider - viel zu oft von Tieren aus der Massentierhaltung stammt.

Dann sei Milch zudem als kalorienträchtiges Lebensmittel ein Dickmacher (pro Liter ca. 630 kcal), hemme die Eisenaufnahme (was im Übrigen auch Kaffee, Tee, Bohnen, Reis und andere tun...), sei durch die Fütterung der Kühe und Kälber mit Wachstumshormonen und krebserregenden Substanzen verseucht, fördere Prostatakrebs und würde von immer mehr Menschen immer weniger vertragen, Stichwort Lactoseintoleranz.

Aber was die Kritiker dabei übersehen: All diese im letzten Abschnitt aufgelisteten potenziellen Risiken durch Milchverzehr sind in der Regel abhängig von der zugeführten Menge. Zu viel ist wie überall auch hier nicht gut.
Außerdem machen es sich Milchgegner ein wenig einfach. Denn während Milch in hoher Dosierung beispielsweise tatsächlich Prostatakrebs begünstigen könnte, senkt sie im Gegenzug offenbar das Darmkrebsrisiko. Zudem hemmen eben auch diverse andere Lebensmittel die Eisenaufnahme – was durch eine ausgewogene, normale Ernährung aber locker ausgeglichen wird. Und dass auch Soja, Hülsenfrüchte und andere die gleichen Schimmel bildenden und daher krebserregenden Spuren aufweisen können wie Milch, ist unwidersprochen.

Neueste Studien aus den Jahren 2014 und 2015 zeigen darüber hinaus: Milch und Milchprodukte helfen offenbar, das Risiko für Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sogar Diabetes Typ 2 zu senken. Statt diese, wie immer wieder behauptet wird, im Gegenteil zu erhöhen.

Am Ende bleibt wie so oft die Erkenntnis: Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist Milch ein wichtiges und gesundheitsförderndes Lebensmittel. Ob man es aber verzehrt oder ablehnt, ist irgendwie mehr eine Glaubens- und Einstellungsfrage als eine wissenschaftlich fundierte Diagnostik.
Quelle: Faz.net


Neue Debatte um den BMI
Ist die alte Grenze eines oberen gesunden BMI 25 überholt?

Jahrzehntelang galt: Oberhalb eines BMI von 25 beginnt das Übergewicht und damit das ungesunde Gewicht. Ab BMI 30 wird es gesundheitsgefährdend oder auch krankhaft. Und bei einem BMI von 40 und höher sinkt die Lebenserwartung drastisch.

Doch plötzlich geistert durch die Fachwelt, dass die alten BMI-Werte neu bewertet werden müssten. Denn Auswertungen diverser Studien aus vier Jahrzehnten hätten ergeben, dass die Menschen des 21. Jahrhunderts aus verschiedenen Gründen gesundheitlich am besten fahren, wenn sie mit leichtem Übergewicht und einem BMI bis 27 durchs Leben laufen.

Wie kommt's?

Eine dänische Forschergruppe hat die Daten von 100.000 Menschen aus drei Studiengruppen aus mehreren Jahrzehnten miteinander verglichen und ausgewertet. Und siehe da: In der jüngsten, aktuellsten Studiengruppe aus dem Zeitraum 2003 – 2013 lag das geringste Sterberisiko bei denen mit einem BMI von 27. Und auch das Krebsrisiko war bei einem BMI von knapp über 26 am niedrigsten.

Um das Ergebnis richtig zu verstehen: In den 1970er und 1990er Jahren lagen diese Risikowerte tatsächlich bei BMI 24 bis 25. Sie waren also bezogen auf die jeweilige Zeit korrekt. Doch aufgrund verschiedener Faktoren haben sich hier deutliche Verschiebungen ergeben.
So gab es bei den Auswertungen 1970 bis 1990 viel mehr Raucher als heute und auch wesentlich mehr Geringverdiener. Es trieben erheblich weniger Menschen regelmäßig Sport. Man achtete weniger auf gesunde Ernährung, Biokost war unbekannt und vieles mehr.

Im 21. Jahrhundert dagegen sind Tabak- und Alkoholkonsum gesunken und die Menschen treiben mehr Sport. Das senkt das Sterbe- und Krebsrisiko. Gleichzeitig stieg der durchschnittliche BMI auf über 25 – die Menschen wurden im Laufe der Jahre größer, schwerer und auch dicker. Und immer älter sowie im Alter immer fitter.

Der Querschnitt all dieser Faktoren, so die Forscher, führe zu einer Verschiebung der BMI-Bewertung. Nach wie vor gelte ein BMI von maximal 24,9 für Menschen unter 40 Jahren als ideal. Das geringste Risiko für Krebs und Tod jedoch hatten diejenigen mit leichten Übergewicht und einem BMI von 27.

Im Alter gelten dann ohnehin erhöhte Werte. Weil wir mit zunehmenden Jahren Muskeln abbauen, uns tendenziell weniger bewegen, schneller und mehr Fettpolster anlegen, Übergewicht schwerer abbauen als mit 20 und so weiter.
So tendieren die meisten Fachleute inzwischen zu altersangepassten Skalen:
Idealer BMI
bis ca. 35/40 Jahre: 20 – 25
35 - 45 Jahre: 21 – 26
45 – 54 Jahre: 22 – 27
55 – 65 Jahre: 23 – 28
über 65 Jahre: 24 - 29.

Ob diese teils neue und inzwischen auch von der Weltgesundheitsorganisation WHO ernstgenommene Tendenz die endgültig wahre ist, bleibt abzuwarten. Denn der Sinn immer neuer Forschungen ist es ja, immer mehr Erkenntnisse und ein immer besseres Veständnis für komplexe Zusammenhänge zu gewinnen. Wer weiß, wie dieser Artikel in 30 Jahren verfasst werden müsste?

Doch eines bleibt ganz sicher: Das Wohlfühlgewicht ist ein gutes Stück Lebensqualität, ob bei einem BMI von 23 oder von 26,6. Doch Übergewicht spätestens ab einem BMI von 30 ist alles andere als gesund. Und daher unbedingt zu vermeiden bzw. zu reduzieren.
Quelle: Spiegel online

Drucken

DIE REZEPTE-ECKE

Fotolia 86701699 XS Rezepte

Leckere und gesunde Rezepte zum Ausprobieren - mal saisonal, mal thematisch, mal einfach, weil's pfiffig ist.

Lassen Sie sich HIER inspirieren...